Dienstag, 2. September 2014

Gerard mit den Scherenhänden !


An einem Vormittag während unseres Urlaubs in Frankreich hat es geregnet und wir sind die etwas über 50 km von Auberive nach Chaumont gefahren.
Chaumont ist eine etwas größere Stadt in der man gut einkaufen kann. Kaum dort angekommen hatte sich das Wetter auch wieder beruhigt und wir haben bei strahlendem Sonnenschein unseren Stadtbummel genossen. 








Dort habe ich kaum fotografiert, weil meine Hände anderweitig beschäftigt waren ... Tüten tragen ... eben Stadtbummel. Schon ein Vorteil wenn man mit dem Auto in den Urlaub fährt ... grins. Ehrlich gesagt haben wir uns von der Stadt selbst nicht so viel angeschaut, denn ich wollte unbedingt an diesem Tag noch nach Nogent. 
Nogent liegt zwischen Auberive und Chaumont und ist bekannt für seine Scheren und Messer. Mädels ... SCHEREN ... !!!
Für mich in zweifacher Hinsicht wichtig ... ihr wisst ja ...schnipp und schnapp ... Haare ab.





Waaah ... ich wusste gar nicht wo ich zuerst hinschauen sollte. Wir sind in einem ganz kleinen Lädchen gelandet, wo Handarbeit noch ganz groß geschrieben wird.





Bei Henry Ferres in der Rue Maréchal de Lattre 25 in Nogent. Gerard Henry der Besitzer ist ein super netter und extrem lustiger Zeitgenosse. Wir hatten mit ihm sooo viel Spaß. Er fertigt all die Scheren selbst an.





Mein Französisch ist grottenschlecht und Gerard hatte eine Engelsgeduld mit mir. (Alle die mich im Reallife kennen, wissen wovon ich hier spreche ... öhm schreibe. Ich höre oft den Spruch "Gott sei Dank gibt es dich nur einmal auf dieser Erde" ... tss)





Wenn ihr euch jetzt wundert ... "mmh ... was ist das denn für eine komische Schere mit dem blauen Ring ?" ... eine Haarschneideschere. Ich sag´s euch ... da kam Gerard so richtig aus sich raus. 
Klaro wollte ich die Scheren auch ausprobieren. Bei den Stoffscheren hatte Gerard vorgesorgt und Stoffhaufen zur Hand. Aber mit Haaren konnte er nicht dienen.
Hah ... mein Zuckerriese ... der große Lockenkopf hat eine volle dicke Haarpracht im Nacken. Also ab vor die Türe ... eine kleine Strähne geschnappt und schnapp ... ab damit. Aber jetzt kommt´s ! So etwas hatte Gerard wohl noch nie erlebt und reichte ... mit einem fetten Grinsen im Gesicht ... mir immer wieder andere Haarschneidescheren. Dabei gestikulierte er wild mit den Händen in Richtung Ausgang. Nach der dritten Haarsträhne  hatte ich mich dann ... zum Glück vom Zuckerriesen ... für eine Schere entschieden.
Echt ... wir hatten so einen Spaß ... jaaa ... auch der Zuckerriese ... lach !





Gerard hatte immer wieder betont das alle Scheren von ihm in seiner Werkstatt hergestellt werden.
"Gerard ... wo hast du deine Werkstatt ? Können wir uns die vielleicht mal anschauen?" Oh mein Gott !!!
Er führte uns durch eine Türe ... die durch eine kleine dunkle (etwas rumpelige) Halle auf den Hinterhof führte. Einmal um die Ecke ... und wir waren in einem anderen Jahrzehnt.








Wie genial !!!
Gerard ... merci cherie !!!





Nogent selbst ist eine süße kleine Stadt in der sich auch das Schneidewarenmuseum  "Musée de la Coutellerie" befindet. Wir hatten ja unsere ganz persönliche Museumsführung bei Monsieur Gerard Henry schon hinter uns !!!









Das sind meine beiden neuen ... wunderschönen Stoffscheren. 
Hach ... so schnittig die Beiden !!!





Meine Haarschneideschere war auch schon fleißig im Einsatz ... auch ok ... normalerweise arbeite ich mit japanischen Haarschneidescheren die über das 10 fache von meiner Nogent-Schere kosten ... aber wie gesagt ... sie ist OK.





Dieses alte Teilchen (auch eine Nogent Stoffschere) hatte ich mir kurz vorher auf dem Flohmarkt in St. Loop gekauft. Sie hat schon einige Jahre auf´m Buckel und ist immer noch ein scharfes Teilchen.





Die Scheren von Gerard waren in hässlichen Plastikhüllen verpackt. No Go !!!
Also habe ich meine Lederjackenschnibbelreste ausgekramt und mir Etuis für meine Stoffscheren genäht. Wenn meine Scheren nackig rum liegen benutzen meine Lieben sie und ihr könnt mir glauben,dass tut denen nicht gut. 





Einfach Ledereste zugeschnitten ... und offenkantig links auf links zusammen genäht.







Das war ein Erlebnis ... und ich liebe und schätze meine Scheren genau deshalb umso mehr.
Echt ... mein Ding !

Seid alle ganz lieb gegrüßt Yvonne



Montag, 1. September 2014

Festivaloutfit !


Am Wochenende war in der Essener City richtig was los !

Essen Original war angesagt ! Zu diesem Anlass hat Lillith sich ein fetziges Outfit gewünscht. Da das Wetter ja alles andere als sommerlich war, habe  ich ihr nicht nur ein Bandito Longshirt genäht ... sondern auch eine Querida Jacke und dazu noch eine Mütze gehäkelt.
Auf geht´s !





Die Jacke ist aus 2erlei Stoffen und mit einem Stepper gefüttert. Außerdem wurde sie so richtig betüddelt. Alles was aus Camouflage Stoff ist, war mal eine Hose vom Junior (welche dann auch Lilly getragen hat) und ein Shirt vom Junior habe ich zerschnibbelt. Zusätzlich habe ich noch mit Aufnähern ... Bügelvelours ... und Glitzerbügelgedöns gearbeitet. Die Knopflochblende und der Kragen sind aus echtem Leder ... dank meiner stillen Leserin (ich hoffe sie liest noch mit ?) ... der lieben Sabine.
Aber jetzt lasst einfach mal die Fotos auf euch wirken.






Ach ... eigentlich war die Mütze für Lillith eine Beanie. Beim ersten Mal Probe tragen hat sie die Mütze so komisch aufgesetzt das plötzlich Ohren da waren. Tja ... da war dann nix mehr mit Beanie. So habe ich einfach mit der Wolle die Ohren abgenäht. Dann kam der Spruch "Och ... sieht aus wie eine Mickey Mouse."  Also noch ein Stückchen weißen Stoff mit Transferfolie bearbeitet und mit einem Zickzackstich auf die Mütze genäht. Wenn ihr euch wundert warum Lilly Kopfhörer trägt ... ganz einfach Oropax und Kopfhörer als Lärmschutz sind uns ganz wichtig, wenn wir mit Lillith auf ein Konzert gehen. Gerade zum Abend hin wurde die Lautstärke nochmal um einiges aufgedreht. 





Auch der Zuckerriese hat eine neue Beanie bekommen. Das Lederschild habe ich von einer alten Jeans abgetrennt ... gelocht ... und mit Wolle aufgenäht. Beide Mützen habe ich mit einer 8er Nadel gehäkelt und sind an einem Abend entstanden.









In diesem Jahr haben wir super viele Leute in der Stadt getroffen.




Auch unser Goldstück ... die liebe Kim ... haben wir getroffen. Seit  2 Jahren hilft sie Leander ... jeden Freitag ... seine Spanischnote zu verbessern.
Gracias !!




Die Musikbühnen öffneten gegen 16 Uhr und wir waren immer so gegen 17 Uhr in der Stadt. Zwischendurch war das Wetter dann auch so gut das Lillith auf ihre Jacke verzichten konnte.





Bei der Jacke habe ich das gesamte Vorderteil des Shirts vom Junior vernäht ... und den Rest davon (Rückenteil) für das Bandito Shirt verwendet. Aus Rückenteil wurde wieder Rückenteil ... allerdings mit gekauftem Stoffen gepatcht. 





Das Vorderteil ist auch gepatcht und das Hauptteil war auch mal ein Shirt vom Junior.











Am Samstagmorgen habe ich ein Stückchen meines Festivalbändchens vom Freitag auf Lilliths Jacke genäht.






Wir hatten ein tolles Wochenende !

Das restliche Stückchen vom Festivalband kommt auf ein Kissen ... eine lieb gewonnene Tradition von uns.

Seid alle ganz lieb gegrüßt Yvonne